Bienenblog Teil 4 – Die erste Woche

Die erste Woche mit meinen Tierchen

Kapitel 1 – Die Schwärme

Am letzten Samstag bin ich losgefahren, um von zwei befreundeten Imkern aus dem Emmental zwei Kunstschwärme zu holen, da Ableger hier zur Zeit nicht erlaubt sind. Zwar war die Fahrt mit etwas mehr als einer Stunde ziemlich weit, aber es war Sonntag morgen und nicht nur bekam ich ein Glas eiskalte Rohmilch zum Frühstück (ich muss jetzt dringend Milchflaschen kaufen, um das Zeugs hier in der Gegend direkt vom Hof zu kaufen), es gab zusätzlich zu den Schwärmen auch noch zwei nagelneue selbstgebaute Schwarmkisten dazu. Vielen Dank Tom! 

Ich habe mich dann (es war auch warm) bald wieder auf den Heimweg gemacht, um die Tiere möglichst schnell in den Keller zu bekommen, wo sie zunächst 3 Tage Ruhe und Zuckerwasser bekommen sollte. Der Luftschutzkeller unseres Hauses eignet sich dafür ganz hervorragend und so hatten die Tierchen dann mit leisem Summen ihre erste Zwischenstation erreicht…

Ich habe mich dann am Sonntag daran gesetzt, die restlichen Putzarbeiten zu erledigen und so weiter, als es plötzlich an der Türe klingelte, was recht ungewöhnlich ist. Vor der Tür stand ein örtlicher Imkerkollege, der mir einen weiteren Schwarm in die Hand drückte, mit dem ich überhaupt nicht gerechnet habe. Nun hiess es, eine weitere Kiste und mehr Rähmchen, Brettchen und noch eine Rückwand vorzubereiten. 

Montag war dafür nur bedingt Zeit, als habe ich mir einen freien Tag bei der Arbeit genommen, um die Arbeiten durchzuführen. Dienstag bestand also aus Putzen, Kratzen, Abflammen und dergleichen mehr. Natürlich wollten die Schwärme noch gefüttert werden. Dabei ist mir dann folgendes passiert: 

Die Gaskartusche meiners Brenners war leider leer und (natürlich hatte ich mir vorher Ersatz besorgt) weil ich natürlich keine Ahnung habe, wie man so ein Ding einsetzt, ist mir die angepickste Kartusche auf den Boden gefallen im Garten und alles stand nach Butan. Natürlich war die Kartusche dann auch leer. Dabei allerdings fiel mir die nächste Katastrophe auf, denn wie ich gerade meinen Blick durch den Garten schweifen lasse, fällt mir eine grössere Menge Bienen auf. Man muss dazu sagen, dass Bienen bei uns nichts ungewöhnliches sind, immerhin gibt es ein Bienenhaus ca. 500 m von hier entfernt, doch solch eine Menge findet sich normalerweise nur vor dem Haus, wenn gerade der Hibiskus oder der Lavendel blüht, was aktuell beides nicht der Fall ist.

Dunklen Ahnungen folgend, begab ich mich also in den Keller und tatsächlich schwirrten dort einzelne Bienen herum. Ich hatte keine Ahnung, wo die herkamen. Das Kellerfenster ist zwar offen und nur abgedeckt, aber von draussen waren sie wohl nicht. Vielleicht hatten sie sich irgendwo an einem der Kästen herausgedrängt? Eine oberflächliche Untersuchung brachte kein Ergebnis und ich wollte nicht allzu lange dort verweilen und das Licht an haben. Abends wären die Tiere ohnehin in ihren Kästen und aus dem Haus. Ich hatte mich für 19 Uhr mit meinem Imkerpaten verabredet, um die Einlogierung vorzunehmen, was in einem Schweizerkasten durchaus kompliziert sein kann.

Gegen 19 Uhr, ich wollte gerade mit dem Verladen beginnen, bekam ich dann den Anruf, dass es etwas dauern könnte noch und ich versuchte, Ersatz zu organisieren, was mir mit dem 4. Anruf dann auch gelang. Also wieder in den Keller, um die Bienenkästen ins Auto zu verladen. Dabie entdeckte ich, das inzwischen um die zwei Dutzend Tiere um die Kellerlampe herum summten. Mein erste Gedanke war: „Nicht gut.“ Ich rannte nach oben und holte das Einzige, was mir in dem Moment sinnvoll und wenig invasiv erschien: Klebenband. Zudem legte ich meine Schutzkleidung an, da ich wohl eine leichte Allergie habe. An der Kiste des Naturschwarms, den ich Sonntag bekommen hatte, hatte ich tatsächlich ein Nagel gelöst und es gab einen winzigen Spalt, durch den sich eine Biene zwängen konnte.. und dann noch eine … und dann noch eine. Im Grunde aber kein Problem, da die Traube weiterhin friedlich am Deckel hing.

Ich verklebte also diesen Durchgang mit einer mittelgrossen Menge Klebeband und begann, die Völker ins Auto zu tragen. Dabei fiel bei besagtem Schwarm die Traube vom Deckel ab und es zeigte sich, dass Klebeband eine gute Idee war… Aber mehr auch nicht… Biene um Biene verliess den Kasten. Einige schwirrten herum, andere setzten sich auf den Kasten von aussen. 

Ein paar rasende Gedanken später war die Kiste aber im Auto. Es gab ja kein zurück. Im Keller konnten sie nicht bleiben. Es gab nur den Weg ins Bienenhaus…. ca. 3 km mit dem Auto. Diesen Weg legte ich auch im Vollschutz zurück, um mich um 20 Uhr mit einem Imker aus dem Nachbarort zu treffen, für dessen Hilfe ich mehr als nur ein wenig dankbar bin.

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